Sexismus und Doktoren

Es gibt wenige Themen aus Politik und Gesellschaft, die mich dann mal zu einer aktiven Diskussion anregen. In jüngster Vergangenheit gab es aber direkt zwei davon.

Als erstes war da der #Aufschrei von (bzw. von ihr verbreitet) von Anne Wizorek. Sexuelle Diskreminierung (hier hauptsächlich bezogen auf die Diskriminierung von Frauen) hat leider in der Gesellschaft einen viel zu großen – und was noch schlimmer ist – selbstverständlichen Platz. Vielen Menschen ist es gar nicht bewusst, in welchen eingefahrenen, selbstverständlichen Denkmustern eine gehörige Portion Sexismus steckt: Frauen können nicht einparken geschweige den Auto fahren, Frauen haben Hausfrau zu sein wenn der Mann das Geld verdient, Männer haben sich aus der Kindererziehung rauszuhalten, es gibt Ü-Eier für Mädchen und Jungs. Uns begegnen ständig Trennungen aufgrund unserer Geschlechter! Der #Aufschrei zeigt, wie wichtig die Diskussion ist um vor allem einmal deutlich das Thema in die Gedanken der Menschen zu bringen und jeden einzelnen hoffentlich zum Überdenken seiner Verhaltensmuster anregt.

Was dabei oft auf der Strecke bleibt ist, dass es eben um Gleichberechtigung und nicht um Bevorteilung geht. Viele Frauen denken nämlich leider auch sexistisch wenn sie ihren Männern die Fähigkeit absprechen, sich um die Kinder zu kümmern oder zu kochen (das wären ja klassischerweise “Frauenjobs” weil die es sowieso besser können). Das bedeutet für uns also, wir müssen von beiden Seiten aus anfangen das Verhalten zu ändern, dann besteht auch eine Chance auf eine wahre Gleichberechtigung. Wenn man die Diskussion ein wenig verfolgt wird leider schnell klar, wie schlichtweg dumm viele Leute sein müssen, sich ihrer Engstirnigkeit und ihrem Ego so zu unterwerfen und sich in ihrer Geschlechterrolle behaupten zu wollen (ja Männer, da mein ich hauptsächlich euch). Es macht mich wirklich wütend und ich schäme mich, einfach schon aufgrund der Biologie oft mit solchen Typen in einen Topf geworfen zu werden.

Das zweite Thema über das ich gerne ein paar Worte verlieren möchte ist die Aberkennung des Doktortitels von Frau Schavan. 30 Jahr nach ihrer Arbeit kommt jetzt ans Licht, dass damals wohl etwas nicht ganz so ordnungsgemäß geschrieben und gekennzeichnet wurde, wie es die Vorgaben verlangen. Da frage ich mich ernsthaft: warum hat es bei der Prüfung der Arbeit damals NIEMAND gemerkt oder bemängelt und warum verfolgt Frau Schavan das dann JETZT? Ich denke doch, dass wenn sie damals wirklich was falsch gemacht hat, hätten die Prüfer das schon finden müssen und ihr dementsprechend nie den Doktor verleihen sollen. Jetzt aber nach 30 Jahren nochmal zu checken und zu sagen “Da hat sie Fehler gemacht, her mit dem Doktor!” ist für mich irgendwie sehr absurd. Ich finde es richtig, dass man so etwas bei Verdacht überprüfen lässt, aber ich finde, es sollte nur in äußerst schwerwiegenden Fällen (z.B. bei mutwilliger Täuschung oder wenn sich der Prüfling nur mit Hilfe des Doktors einen Job erschlichen hat) der Titel aberkannt werden. Immerhin baut man sich auch ein Lebenswerk auf so einem Meilenstein auf und wenn das jederzeit über einem zusammenbrechen kann, auch wenn man vielleicht noch nichtmal absichtlich was falsch gemacht hat, sondern die Prüfer einfach geschlampt haben ist das doch etwas unfair.

Das  waren erstmal meine kurzen Gedanken zu den beiden Themen.

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